A Forest Of Stars - Opportunistic Thieves Of SpringBlack Metal England war schon immer ein Mauerblümchen, dabei hat man mit VENOM doch die Urväter des Genres hervorgebracht. Gut, es gibt noch CRADLE OF FILTH, doch kann man diese nach "Vempire (Or Dark Faerytales In Phallustein)" nicht mehr dem Black Metal zuordnen, dann wären da noch AKERCOCKE, die aber keinen „reinen" Black Metal spielen, HECATE ENTHRONED und der Kirmesverein BAL-SAGOTH hingegen sorgen für die peinlichen Momente und CODE ist keine reinrassige englische Band.

Ein kleiner Lichtblick neben CODE und AKERCOCKE waren und sind GRAVE MIASMA, die mit ihrem Necro Death Metal den Underground mächtig erschüttern.

Aber eine richtige Black Metal Band im Stil der skandinavischen Szene, der neuen amerikanischen Black Metal Welle oder der intellektuellen und spirituellen Szene aus Frankreich hat Mutter England noch nicht ausgespuckt.

Aber irgendwann kommt immer die Zeitrechnung 0 und im Jahr 2010 spuckt die Insel ein Album aus, das in die Galerie der ganz großen monumentalen Kunstwerke der Szene wie "Anthems At The Welkin At Dusk" (EMPEROR), "OM" (NEGURA BUNGET), "Dead As Dreams" (WEAKLING) und "Fas - Ite, Maledicti, In Ignem Aeternum" (DEATHSPELL OMEGA) aufgenommen wird.

Der perfekt geschliffene Brillant heißt "Opportunistic Thieves Of Spring", erschaffen von 5 göttlichen Künstlern die es vermögen Black Metal in die purste Form von Kunst zu verwandeln, ja selbst die unantastbare Magie von NEGURA BUNGETs Monument "OM" zu erfassen und diese fast noch intensiver auszuloten.

A FOREST OF STARS kamen eigentlich aus dem Nichts.

2007 gegründet, ließen sie bereits 2008 mit "The Corpse of Rebirth" ein Vorbeben durch die Szene rollen, doch selbst dieses schon fabelhafte Kunstwerk ist nur ein laues Lüftchen, das nur Eingeweihte erahnen ließ, dass da etwas ganzes Großes unterwegs ist. 2010 erblickt "Opportunistic Thieves Of Spring" das Licht der immer dunkler werdenden Welt und seit dem 01.06.2010 steht dieses Werk als Mahnmal im Black Metal für Bands, die es einfach nicht begreifen, dass Black Metal mehr ist als Satan, Hitler, Emoquatsch und Hohlbrotprahlerei, ja sogar musikalisch vielschichtiger, anspruchsvoller, intelligenter und ergreifender sein kann als jedes andere Genre im Heavy Metal Universum! A FOREST OF STARS haben für sich den Black Metal genau da geöffnet, wo er am empfindlichsten ist: musikalisch offenes Denken.

Was diese Engländer auf "Opportunistic Thieves Of Spring" verewigt haben, ist nichts weiter als ein vertonter Traum, eine Märchenwelt, in die man gerade in der heutigen Zeit allzu oft untertauchen möchte, eine Reise in eine fremde Welt, man durchquert dunkle und zugleich wunderschöne Galaxien, die weder schwarz noch weiß sind, die hellen Lichter der Sterne sind zum Greifen nah und doch so weit entfernt.

Für 72 Minuten schaffen es A FOREST OF STARS einen so intensiv gefangen zu nehmen, eine Achterbahnfahrt im Kopf auszulösen, nur um aufzuzeigen was die höchste Form der Kunst, die Musik, alles bewirken kann. Wozu sie in der Lage ist, wenn man sich in ihr fallen lässt, genauso wie es diese 5 nicht irdisch erscheinenden Wesen auf ihrem Kunstwerk "Opportunistic Thieves Of Spring" taten - eins mit der Musik werden. Auf "Opportunistic Thieves Of Spring" reißt man keine Songs aus dem Gesamtkonzept um sie zu werten, sie zu analysieren oder mit anderen Songs zu vergleichen, ein Hieronymus Bosch Werk wird auch nicht zerschnitten und jeder einzelne Schnipsel begutachtet, wozu auch, wenn alles perfekt ist. Schon lange hat mich kein Stück Musik mehr so mitgenommen, völlig umschlungen und im Herzen berührt wie "Opportunistic Thieves Of Spring". Ein fiebrig psychedelischer Trip in Dimensionen die nur ganz wenigen musikalischen Werken vorbehalten ist, diese zu öffnen.

Sound, Aufmachung, Image, musikalische Dichte, Songwriting, Gesang und der außergewöhnliche britische Charme, all dies hebt dieses Meisterwerk der dunklen Tonkunst in Sphären, die in meiner musikalischen Welt kaum eine Band betreten hat.

Das Unmögliche ist eingetreten, England bringt seit Jahren des Schattendaseins im Black Metal eine Band hervor, die es vermag aus Black Metal und Anspruch eines der mächtigsten Kunstwerke zu formen, die der Black Metal erleben durfte. (Jan)


Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 72:10 min
Label: Prophecy Productions
Veröffentlichungstermin: 01.06.2010

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