lordi sexorcismLORDI haben schon immer polarisiert und zumindest teilweise sicher auch provoziert. Für ihr neuestes Werk „Sexorcism“, welches am 25.05. erschien, wurden die Finnen jedoch bereits vor der Veröffentlichung heftig kritisiert. Hier darf man sich fragen, ob die Veröffentlichung des Covers, das eine an einen Stuhl gefesselte Frau mit weit geöffnetem Dekolleté und heruntergelassenem Slip zeigt, ausgerechnet am 8. März, dem Datum des Weltfrauentages, nun einfach ein Versehen oder ein cleverer Marketingschachzug des Labels war. Aufmerksamkeit war der Band damit jedenfalls sicher. Es dürfte jedoch klar sein, dass man sich damit in feministischen Kreisen alles andere als Freunde gemacht hat.

Über die Verpackung der auch schon neunten Scheibe aus dem Hause LORDI kann und darf man dann auch durchaus streiten. Letztendlich soll es hier jedoch um den Inhalt, sprich die Musik gehen.

Auch da taten sich Mr. Lordi (Gesang), Mr. Amen (Gitarre), Mr. Ox (Bass), Mr. Mana (Schlagzeug) und Ms. Hella (Keyboards) zuletzt schwer. Denn ein wenig steckt die Truppe, was die Erwartungen der Fans angeht in der Zwickmühle. Da gibt es das Lager, das von den Monsterrockern mehr Mut und Abwechslungsreichtum fordert und auf der anderen Seite Fans, die LORDI Verrat am traditionellen LORDI-Sound vorwerfen, wenn die Musiker versuchen ihre Musik zu öffnen und auch andere Einflüsse in die Kompositionen einfließen zu lassen.

Scheinbar um beide Lager zufriedenzustellen, veröffentliche man mit dem 2016er Album „Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)" ein Werk, bei dem man versuchte beide Seiten auf einem Silberling zu vereinen. Ein Experiment, das meiner Meinung, eher wie ein fauler Kompromiss rüberkam.

Nun also zur neuen Scheibe „Sexorcism“. Beim Blick auf die Titelliste fällt auf, dass LORDI die Wortspiele hier endgültig auf die Spitze treiben. So entlocken einem Titel wie „The Beast Is Yet To Cum“ oder, “Rimskin Assasin“ schon ein leichtes Schmunzeln.

Die Sache erinnert ein wenig an ALICE COOPER, der auf „Trash“ (1989) ähnlich, wenn auch wesentlich subtiler, vorging.

ALICE COOPER ist, „Sexorcism“ betreffend, eh ein gutes Stichwort. Der Einfluss des Schockrockers auf LORDI war noch nie zu leugnen, hier ist er jedoch nicht zu überhören. Die Traditionalisten unter den Fans können aufatmen. Die experimentellen Klänge sind verschwunden. Bei den 13 Stücken, der von Mikko Karmilla produzierten Platte regiert wieder der Hardrock. Und dieser klingt über weite Strecken heftig nach einem gewissen Vincent Damon Furnier, besser bekannt als ALICE COOPER.

Trotzdem überzeugen LORDI mit Nummern wie „Sexorcism“, „Romeo Ate Juliet“, „Naked In My Cellar“ oder „Hell Has Room“ hier um einiges mehr als zuletzt. Eine Hymne wie „Hardrock Hallelujah“ schreibt man nun einmal nicht jeden Tag.

Dennoch ist „Sexorcism“ klar die beste Arbeit der Band seit mindestens 10 Jahren. (Matthias)

Bewertung:

Matthias8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 60:03 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 25.05.2018

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